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Der Banner ist tot – es lebe der Banner

schuhCristoph Schuh,Vermarktungs-Vorstand der Tomorrow Focus AG sieht den klassischen Online-Banner als erledigt an: „Der klassische Banner hat sich verbraucht„, sagt er in einem Interview mit Turi2 und folgert weiter: „Der User hat gelernt, dass die Information, die oben flach über der Redaktion liegt, Werbung ist. Banner ziehen niemanden mehr hinterm Ofen vor

Im Grunde hat er ja recht und eigentlich könnte man ihm auch zustimmen, aber es gibt diese mittlerweile schon in die Jahre gekommenen aber immer wieder aktuellen Spruch „Der Banner ist tot – es lebe der Banner

Meine Erfahrungen bestätigen immer wieder, dass der Banner – wir reden hier vom 728x90er Superbanner (auch gerne mal Leaderboard oder BigSizebanner genannt) – sehr wohl eine Daseinsberechtigung hat. Er ist zwar schon lange nicht mehr das wichtigste und aufmerksamkeits stärkste Werbemittel, aber um das notwendige Grundrauschen zu erzeugen und die Marke im Internet nachhaltig zu stärken wird der Banner auch weiterhin zum Einsatz kommen.

Wo ich Christoph Schuh ganz klar widersprechen muss ist die Aussage, dass der User „gelernt“ hat, dass es sich bei dem Banner um Werbung handelt und ihn deswegen nicht mehr wahrnimmt oder gar klickt. Der Internet-Nutzer ist nicht dumm. Ich denke er kann sehrwohl redaktionelle Inhalte von Werbung unterscheiden. Das gilt nicht nur für den Banner. Auch VideoADs, Advertorials und natürlich auch alle anderen großflächen Werbeformate werden vom Nutzer als solche erkannt. Ob das aufdringliche Layer-Ad „jemanden hinterm Ofen vorzieht“ wage ich zu bezweifeln. Höchstens aus Unmut über die ungewollte Unterbrechung.

Die hohen Klickraten bei Layer oder auch VideoADs liegen m.E. auch eher an dem (mitunter von der Kreativ-Agentur durchaus gewollten und auch forcierten) erfolglosen Versuch die Werbung zu schließen. Sicher hat ein VideoAD eine enorm hohe Aufmerksamkeit. Allerdings eignet sich diese Werbeform aufgrund der noch fehlenden Reichweite und den hohen TKPs nur zur kurzfristigen Markenbildung – nicht zur dauerhaften Markenpflege.

Da ist die klassische Display-Kombination aus Banner, Skyscraper und Medium Rectangle aufgrund der mittlerweilen hohen Reichweiten und der im Gegenzug geringen TKPs heute – und auch morgen – noch wichtig.

Sicherlich sind VideoADs, contentnahe Werbeplätze und Textlinks für eine schnelle Verbreitung der Werbebotschaften für ein neues Produkt oder eine neue Marke weitaus effektiver als der klassische Banner. Aber wie Schuh ja auch im Interview selber sagt, werden diese Banner auch weiterhin als „als Verstärker gebucht“.

Aber wurden sie das nicht eh schon die letzten Jahre?

Eine Online Kampagne die lediglich auf dem horizontalen „Internet-Balken“ steht ist mir das letzte mal irgendwann im Jahre 2001 untergekommen. Die Mischung aus Grundrauschen, also der dauerhaften werblichen Präsenz und dem eigentlichen Buzz über großflächige oder innovative Werbeformen ist schon lange Standard. Und zum dauerhaften Werben eignet sich kaum ein Online-Werbemittel so wie der Banner.

Wenn man sich sein eigenes Surfverhalten einmal genauer anschaut, wird man bemerken das der Bigsizebanner – sofern er mit dem dementsprechendem Volumen eingebucht ist – sehr wohl wahrgenommen wird.

Also glaube ich, dass die Markenpflege auch weiterhin über die klassischen Online-Werbemittel betrieben wird und auch werden sollte.

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